Der PlayStation Vita Browser

Seit ein paar Tagen ist die PlayStation Vita nun in meinem Besitz. Neben den bereits lang und breit diskutierten Vorzügen der portablen Konsole von Sony, stach vorab für mich vor allem die Tatsache hervor, dass das Gerät einen WebKit Browser mit sich bringt.

Der User Agent ist Mozilla/5.0 (PlayStation Vita 1.61) AppleWebKit/531.22.8 (KHTML, like Gecko) Silk/3.2. Auf dem Papier klingt das sehr vielversprechend. Die Engine der aktuellen Chrome Verison ist gerade mal AppleWebKit/535.11 und der Build des Mobile Safari des iPhones lag beim Release weit unter 500. Also sollte das Ding doch eine Waffe sein, oder?

Oder?

Leider nicht! Sony hat den Browser offensichtlich so kastriert, dass schlussendlich nichts übrig bleibt, was diesen Browser von einem Internet Explorer 7 abhebt.

Die Seite html5test.com bescheinigt dem Browser gerade mal 53 von 475 Punkten. Chrome kriegt 374+13, der IE auf dem Windows Phone 141+5 und der Safari am iPad 305+9. Was sich Sony dabei gedacht hat, wissen wohl nur sie selber.

Und im Klartext?

Im Klartext bedeutet das, dass der Browser für 90% der Aufgaben nicht gewachsen ist! Nicht einmal ein Video auf Youtube kann angeschaut werden, da weder Flash, noch HTML5 Video tags unterstützt werden.

Seiten mit Frames werden zwar unterstützt und der Browser versucht auch die Anordnung richtig zu machen. Das Scrollen funktioniert dann allerdings nur über Scrollbalken, die mikrig klein und kaum zu ertasten sind. Wurde der Scrollbalken einmal mit Glück erwischt, scrollt er einfach automatisch ans Ende der Seite.

Alles in Allem macht der Browser den Eindruck als würde er in einer Form von Emulation auf der PSVita laufen. Anders lassen sich das extrem langsame Rendering und die vielen Darstellungsfehler nicht erklären. Wird über JavaScript z.B. die DOM manipuliert, muss erst gescrollt werden, dass das Browser merkt, dass er neu rendern sollte.

Und zu guter Letzt gibt es nicht einmal einen Portraitmodus. Das hängt aber wohl an verschiedenen Einschränkungen des Systems zusammen. Den Modus sollte Sony aber definitiv nachreichen.

Dass Sony so dermaßen hinter aktuellen Smartphones her hinkt, hätte ich in dieser Form nicht erwartet. Die überlegene Rechenleistung wird hier gänzlich vergeudet und dass nicht einmal YouTube geht, ist peinlich.