Erste Eindrücke zum Surface RT

Vor weniger als einem Jahr hat Microsoft seine eigenen Windows 8 Tablets angekündigt und diese Surface genannt. Neben dem schicken Design stach damals vor allem ein spezielles Accessoire heraus: das Touch Cover. Es ist ähnlich zu den Smart Covers für Apples iPad, hat aber einen wesentlichen Vorteil: eine integrierte Tastatur. Inklusive aller nötigen (und unnötigen) Tasten.
Fünf Monate nach dem Release des Surface RT – und pünktlich zum US-Start des Surface Pro – hat Microsoft nun das Surface RT in Österreich zum, zugegebenermaßen sehr stolzen Preis von 479€ auf den Markt gebracht. Wer das Touch Cover auch noch möchte und dabei nicht auf langweiliges Schwarz (gibt’s dann im Bundle um 579€) setzen will, legt noch einmal 120€ drauf und bekommt es in Blau.

Über Hardware und Ausstattung werde ich hier nichts weiter sagen, als vielleicht, dass ich durchaus mit der Ausstattung und dem Aussehen zufrieden bin. Dazu kommt, dass mir das Konzept von Windows 8 schon zur Ankündigung extrem gut gefallen hat. Ich war schon etwas befangen, muss ich ganz ehrlich zugeben.

Out of the Box das beste Paket

Wenn ich mein iPad, das Nexus 7 und mein Surface RT zurücksetze und schaue, was die Kisten von Haus aus mitbringen, dann hängt das Surface RT die Konkurrenz um Welten ab. Da ist zum einen die Tatsache, dass Microsoft dem Gerät eine vollwertige Office Anwendung beilegt. Durch den Windows Unterbau, der auch ohne Jailbreaks oder Rooten erreicht werden kann, kann das Surface RT ganz einfach auf Netzwerklaufwerke zugreifen, um z.B. Videos direkt von der Dreambox zu streamen. Dabei fällt gleich die hervorragende Netzwerkausstattung des Surface auf! Die HD Videos im ts-Format können ohne Ruckeln und Zuckeln im von Haus aus gelieferten Videoplayer abgespielt werden. Das MacBook Air (2011er Version) schafft das Selbe nicht.

Die Killer-App eines jeden Tablets ist sein Browser. Hier hat Apple mit dem Mobile Safari kräftig vorgelegt und Google zuerst mit dem Browser und nun auch mit dem Chrome für Android eine extrem unbefriedigende Frechheit abgeliefert. Microsoft setzt hier nicht auf WebKit als Unterbau, sondern auf den eigenen Internet Explorer in der Version 10.

Jetzt kann man über den Internet Explorer denken, was man mag. Der IE ist in der aktuellen Version und den Features, die er bietet, durchaus eine ernstzunehmende Konkurrenz für den Mobile Safari.

Pfui, Flash!

Im Gegensatz zu den anderen Herstellern (bin mir bei Blackberry nicht ganz sicher) kann der IE 10 auch auf dem Surface RT Flash. In Zeiten von HTML5 und modernen Technologien könnte unvoreingenommene Internet Surfer meinen, Flash sei überholt und obsolet. Leider ist das weit gefehlt. Das fängt vor allem bei den Seiten an, die man ständig verwendet. So ist es für mich als Eishokey-Fan nicht möglich am iPad oder Nexus 7 alle Livestreams und Videos von laola1.at anzuschauen. Deren App bietet sie leider auch nicht alle an. Der IE? Kein Problem! Nach einer kleinen Konfiguration, die jeder Laie durchführen kann, ist es spielend einfach beliebige Seiten für Flash freizuschalten und somit das Web ohne Einschränkungen zu genießen.

Das zweite Killerfeature des Internet Explorer 10 ist für mich die Art und Weise, wie ich navigieren kann. Durch einen einfachen Wisch von links nach rechts kann ich im Browserverlauf zurück springen, wenn ich „flip ahead“ eingeschaltet habe, klappt das auch nach vorne. Viel intuitiver geht’s nimmer.

Und dann gibt’s noch ein Feature, das mich total ausflippen lässt: der IE im Desktop Mode bringt die Entwicklertools mit! Inklusive Debugger und den älteren Browser Versionen und Standard-Implementierungen.

Wo Licht, da leider auch Schatten.

Anfang Quartal 2012 kamen Vertreter von Microsoft zu uns ins Haus, um uns für Windows 8 und die Entwicklung für diese Plattform zu begeistern. Neben Unterstützung und Expertise, wollten sie auch Marketingmaßnahmen anbieten. Da dies knapp ein halbes Jahr vor dem Start von Windows 8 am 26. Oktober war, hätte ich mir eigentlich erwartet, dass es deutlich mehr Apps geben wird. Vor Allem die Tatsache, dass es nun doch schon eine ganze Weile eine stattliche Anzahl von Tablets – mit ARM oder Atom-Prozessoren – gibt, hätte auf eine größere Anzahl von verfügbaren Apps und vor allem von besseren und stabileren Apps hoffen lassen.

Leider ist das Angebot noch sehr überschaubar. Die bestehenden Apps, sofern sie nicht von Microsoft selbst stammen, sind in den meisten Fällen recht langsam und stürzen regelmäßig ab. Das trifft leider auch auf Apps von Firmen zu, von denen eigentlich sehr hohe Qualität in allen anderen Bereichen geboten wurde, z.B. Evernote.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob das Problem nicht an Bugs in der Windows Runtime selbst liegt. Der Windows Unterbau ist stabil und baut auf viele viele Jahre Erfahrung auf, die WinRT Libraries sind aber neu und hier bedarf es wohl noch des einen oder anderen Service Packs, bis das alles 100%ig stabil läuft. Aber das war ja bei Apple damals zu Zeiten von iPhone OS 2.0 nicht anders.

Das andere größere Problem sind die Apps, die komplett fehlen. So z.B. 1Password. Hat man sich einmal an diese App gewöhnt, dann kann man nicht mehr ohne. Die Tatsache, dass es auch eine App fürs Windows Phone gibt, lässt mich aber noch hoffen.

Fazit

Nichtsdestotrotz bin ich mit dem neuesten Ankömmling in meiner Gadget Sammlung sehr zufrieden. Von allen Geräten, die ich zuletzt gekauft habe, ist das Surface RT das, mit dem ich am zufriedensten bin. Empfehlen kann ich’s aber trotzdem nicht wirklich. Der Preis ist für die gebotene Hardware – vor allem mit Blick auf die Android Geräte – viel zu hoch, das Angebot an Apps für Nicht-Geeks viel zu klein. Diesen Post habe ich übrigens komplett mit dem Touch Cover am Surface geschrieben und kam sehr gut damit zurecht.

Microsoft Surface – erste Gedanken dazu

Ich wollte ja schon ein Windows Tablet seit ich zum ersten Mal die Demo von Windows 8 auf einem Tablet gesehen habe. Nachdem ich mir jetzt die PK auf Engadget angeschaut habe, bin ich sehr gehyped. Microsoft scheint sich hier wirklich Gedanken über alles gemacht zu haben.

Der Produktdesigner am Ende war so überzeugt von dem Produkt, dass er es mir verkauft hat. Das war nicht so ein “awesome”, “beautiful”, “magical”, “best product ever made” à la Apple PK (obwohl sich Microsoft ganz klar hat inspirieren lassen). Touch und Type Cover sind tolle Neuerungen, sofern sie nicht unverschämt teuer sind. Der eingebaute Stand ist praktisch und soll gut klingen. Dass das PRO automatisch eine Pen liefert und damit bedienbar ist, ist ein toller Zusatz.

Microsoft macht mit einem Schlag allen anderen Herstellern mit innovativen Ideen und einem tollen Produkt gehörig Dampf. Wenn’s von einem RROD Debakel verschont bleibt, ist’s ein geiles Teil und kommt ganz ganz oben auf meiner Wunschliste.

Allerdings als PRO Version, denn desto mehr ich darüber nachdenke, desto weniger macht allerdings eine ARM Variante für mich Sinn. Das hängt aber wohl schlussendlich vom Preis ab, den ARM Geräte im Vergleich zu den Intel und AMD Kisten haben werden.

Livescribe Pulse Smartpen – Mein erster Eindruck

Zuerst das Schlechte: die Software am Mac läuft nicht sehr stabil, zumindest was das Firmwareupdate angeht. Das war das erste, das die Software von mir verlangte und da stürzte das Ding permanent ab. Zum Glück ging’s mir nicht so, wie manch anderem, den das Abstürzen den Stift kaputt machte. Unter Windows (über Parallels) flashen ging dann aber gut.

Der Stift ist etwas dicker, als ein normaler Kugelschreiber, sogar etwas dicker als ein Flipchart-Edding. Trotzdem hatte ich keine allzu großen Probleme mit dem Teil zu schreiben.

Zuerst habe ich mich allerdings ans Tutorial gemacht. Da werden die grundlegenden Funktionen des Sticks beschrieben: navigieren, schreiben, schreiben + aufnehmen, nur aufnahmen. Mit der Pulse kann man sogar 3D-Audio aufnehmen, damit die Notizen dann so wiedergeben werden, wie sie auch beim erstellen wahrgenommen wurden.

Sehr cool ist das Feature, dass die Smartpen den geschriebenen Text dann mit dem aufgenommenen Audio verknüpft. So kannst man später entweder direkt am Block (!!!) oder in der App am Desktop die Notizen und den dazugehörigen gesprochenen Text locker wieder finden.

Apropos finden: der Desktop hat eine rudimentäre Schriftenerkennung implementiert, der es erlaubt die Notizen zu durchsuchen. Des Weiteren gibt es auch eine Export Funktionalität nach Evernote, das ähnlich gut den Text durchsuchen kann.

Um 30$ kann auch noch MyScript gekauft werden, welches dann wie ein OCR den geschriebenen Text in digitalen Text umwandelt. Sogar meine Sauklaue hat das Ding mit wenigen Fehlern erkannt. Hätte ich so definitiv nicht erwartet.

Geschrieben wird auf speziell vorbereitetem Papier, das der Kamera in der Smartpen über aufgedruckte Punkte erklärt, wo sie sich befindet, was sie tun muss, etc. Wie ein Koordinatensystem aus Punkten. Geniales System.

Die Blöcke sind deutlich teurer als normale Collegeblöcke. 4 Stück A4 á 100 Blätter aus UK kosten ca. 30€ inkl. Versand. Das sind ca. 3,5 Cent/Blatt. Alternativ dazu können auch eigene Blöcke gedruckt werden. Dafür benötigt man aber einen Drucker, der mit 600dpi drucken kann. Die alte Gurke im Büro kann das nicht.

Geliefert wird der Stift mit einer Lederhülle, damit er nicht kaputt geht, einem A5 Block, Anleitungen und einer USB Dockingstation, über die er auch geladen wird. Die Software gibt’s nur im Internet! CDs sind keine dabei.

Noch ein cooles Feature: es gibt für die Smartpen einen App Store, bei dem zusätzliche Programme geladen werden können. Von Haus aus gibt es z.B. ein Klavier mit drauf, das – wenn das Klavier gezeichnet wurde – super für Alle meine Entchen reicht. Weitere Apps (z.B. ein erweiterter Taschenrechner, ein Lineal usw.) können ganz einfach geladen werden, die meisten kosten allerdings einen Obolus oder zwei.

Das letzte coole Feature, von dem ich bis jetzt weiss, sind sog. Pencasts. Notizen und dazu gesprochenes können ganz einfach über die Desktop Software in ein Pencast umgewandelt und über die Livescribe-Homepage mit anderen geteilt werden!