So much to do and so little time…

Endlich mal einen Moment um mich zu entspannen (n.b. es ist Sonntag Nachmittag und auf SFzwei läuft Formel 1) und endlich mal wieder Zeit etwas für den Blog zu tun. Seit dem letzten Post hier, hat es einige gewaltige Veränderungen in meinem Leben gegeben. Nach 10 Jahren, 2 Monaten und 16 Tagen habe ich mich von Ulrike getrennt, eine eigene Wohnung in der Mozartstrasse in Dornbirn bezogen, mit Hilfe von Flo, Andi und Alex VOL relauncht, Unmengen Möbel bei Ikea gekauft, 12 Bier an einem Abend gesoffen (!!!), meine erste Wäsche gewaschen und auch sonst noch einen ganzen Haufen Dinger gemacht.

Wo soll ich anfangen? Vielleicht ist ganz Vorne die beste Wahl. Ich bin verliebt. Verliebt in eine nahezu perfekte Frau. Intelligent, humorvoll, hilfsbereit, schlagfertig, am Telefon ein Engel und extrem gut aussehend. Und ich bin in der glücklichen Lage, dass ich jedes Mal, wenn ich die Augen schließe, dieses wundervolle Wesen sehe. Wenn ich das Lied nicht schon für die Bravo Werbung verplempert hätte, würde es Maravigliosa Creatura von Gianna Nannini ziemlich gut beschreiben.

Meravigliosa creatura, sei sola al mondo.
Meravigliosa paura, di averti accanto.
Occhi di sole mi bruciano in mezzo al cuore.
È amore, é vita meravigliosa.

Gianna Nannini, Meravigliosa creatura, 1996

Dieser Status der Verliebtheit hat mich dazu bewegt, mein komplettes Leben über den Haufen zu werfen und, kurz vor dem zwölften Jubiläum meines neunzehnten Geburtstages das zu tun, was ein Mann tun muss: ehrlich zu sich selbst sein. Es hat mir eine enorme Überwindung gekostet, einen so drastischen Schnitt in meinem Leben zu machen.

Meine Wohnung ist direkt im Zentrum von Dornbirn, ich bin in 2 Minuten auf dem Marktplatz und wohne somit wohl in der besten Lage. Die 2,5 Zimmer sind ausreichend gross und mittlerweile auch mit dem Nötigsten eingerichtet. Tiefgarage und Keller hab ich auch. Und sogar noch eine Terrasse und einen kleinen Garten! Werde zwar nicht sonderlich viel dort machen (grillen ist laut Hausordnung nicht gestattet), aber es ist ein nettes Gefühl. Highlight des Hauses: der Springbrunnen im Atrium. Das macht gleich was ziemlich geiles her, wenn man mich besuchen kommt.

Atrium

Dies ist jetzt übrigens auch möglich, weil ich endlich Stühle habe! Am Samstag beim Ikea gekauft. Mit einer Unmenge anderem Zeug: ein Kasten mit Schiebetüren fürs Schlafzimmer, eine Couch zum Ausziehen, je ein Regal für Wohnzimmer und Abstellraum, Geschirr, Besteck, Lampen, Teppiche, und tausend andere kleine und große Sachen. Ikeas Umsatz mit meiner Wenigkeit war gestern nicht zu vernachlässigen.

Und der Freitag war nur unwesentlich billiger: Waschmaschine, Tiefkühler und Wasserkocher habe ich da beim Mediamarkt gekauft. Und anschließend mit Bettina und Markus, ihrem Freund, zum Griechen nach Luschihausen gefahren um mich bei ihnen für ihre Hilfe zu bedanken. Ohne die beiden wäre ich wohl kläglich an Allem gescheitert. Was die Zwei an Zeit für mich geopfert haben und wohl noch tun werden, ist mit einem Abendessen und ein paar Kellerbier echt nicht zu entschädigen. Was bin ich für ein Glückspilz so tolle Freunde zu haben?

Apropos Freunde: Markus, nicht Bettinas Freund, sonder der andere, hatte gestern Polterabend, weil in einer Woche ja schon die Flitterwochen begonnen haben werden. Ursprünglich hatte ich zwar Angst, dass es sich zeitlich nicht ausgehen würde, aber dann hab ich es doch bis 19:30 Uhr geschafft, bei ihm aufzutauchen und mit ihm und 10 weiteren Freunden und Verwandten zu poltern was das Zeug hält. Ich bin ja normalerweise nicht so der Trinker. Nach max. 2 Bier reicht es mir immer und ich steige auf nicht alkoholische Getränke um.

Gestern hatte ich leider keine andere Wahl. Man hätte fast meinen können, dass es mein Polterabend ist (note to myself: sollte ich jemals heiraten, dann einfach alle einen Tag vor der Hochzeit informieren, damit das mit dem Poltern nicht poltert). Ich hatte teilweise echt das Gefühl, dass oberstes Ziel das ist, mich stotzbesoffen zu machen. Jedenfalls ging’s nach fünf oder so Bieren beim Markus im Garten per Pedes in die Stadt. Markus war in der Zwischenzeit widerwillig in ein von Franco mitgebrachtes Pipi Langstrumpf Kostüm geschlüpft.

Am Marktplatz stießen wir dann auf einen weiteren Polterabend von einer wunderschönen Frau und einer ganzen Ansammlung von Anhängerinnen. Die Braut war echt eine tolle Frau und auch äußerst lieb und sympathisch. Hoffentlich macht sie der Glückspilz, der sie heiraten darf, auch glücklich. Im restlichen Verlauf des Abends sind wir uns dann immer und immer wieder über den Weg gelaufen und haben sogar “Ein Tag so wunderschön wie heute” zusammen gegrölt im Alkoholrausch. Um 2 Uhr und nach leeren Versprechungen vom Markus – “Bleib bitte hier, darfst jetzt auch Cola trinken!” Und dann bestellt er Bier, der Sack – bin ich dann die paar Schritte zu mir nach Hause gegangen und habe es dann ziemlich schnell verschlafen.

Ursprünglich wollte ich ja auf der neuen Couch schlafen, hab’s mir dann aber doch anders überlegt und bin ins Bett übersiedelt. Schwerst besorgt, dass ich heute einen Horrortag mit einem Mords Brand, Kopfschmerzen und was weiss ich noch alles überstehen müsste. Was kam? Gar nichts! Keine Kopfschmerzen und ich fühle ich mich auch noch ziemlich fit! Habe vier Stühle, einen Kasten fürs Vorzimmer und zwei Regale zusammengebaut, meine erste Fuhr Wäsche dank Bettina gemacht, aufgehängt und weil das Wetter so geil ist und das Zeug schon trocken war, auch schon versorgt, mein Auto geholt, Ham and Eggs “gekocht” und einen großen Teil der Ikea-Sachen versorgt. Sogar den Efeu – meine erste Pflanze, die ich mir je gekauft habe – habe ich umgestellt und gegossen.

Jetzt hab ich in der ganzen Euphorie, die aktuell mein Leben komplett über den Haufen wirft, doch glatt vergessen zu erwähnen, was mich in den letzten paar Wochen von meinen großen Problemen abgelenkt hat: der Relaunch von Vorarlberg Online. Bei uns würde man sagen: des wor verdommt zach. Sieben Tage die Woche von Früh bis Spät arbeiten, ist verdammt anstrengend und ich fühle eine ganz besondere Müdigkeit in den Knochen. Das wird wohl noch eine ganze Weile gehen, bis das “kuriert” ist. Der Relaunch hatte zwar einige Makel, ich bezeichne ihn aber trotzdem als Erfolg. So toll war alles noch nie!

Leider hat diese Zeit auch meine absolute Unfähigkeit zu Tage gebracht, die cool down Phase zu managen, die eintritt, wenn der Stress nachlässt und einem das Leben einholt. Ich habe mich am letzten Donnerstag extrem daneben benommen und bereue das zutiefst. Werde nun mein Bestes tun müssen um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden und es wieder gut zu machen.

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