Iris und Team wünschen zärtliche Momente am Eis

Was habe ich mich auf das Auftaktspiel gegen Lustenau in der eigenen Halle gefreut? Tolle Kulisse, dank eigenem Fanclub auch tolle Stimmung, leckeres Fohrenburger Bier (na ja), neue Dressen, neue Spieler. Ok, der Ausfall von Woger, Wild, Sivec und Grafschafter trübte die Vorfreude ein Wenig, aber trotzdem stand alles unter einem ziemlich guten Licht. Bis die Mannschaften zum Aufwärmen auf das Eis kamen.

Bulldogs 1

Trainingssponsor unserer Cracks ist nämlich ein Puff direkt neben der Grenze in Lustenau. Iris und Team heisst der Schuppen. Später kam es noch dicker, als sogar die Bankstrafen von Iris und Team gesponsort wurden.

Jedenfalls: nach dem Aufwärmen war die Welt im Großen und Ganzen noch heil. Rainer hatte seine Powerpoint Präsentation mit der Spielervorstellung nicht im Griff und ließ einige Spieler aus, bzw. gab einigen die selbe Rückennummer. Aber das sind wir ja mittlerweile gewohnt. Das Puckspiel wurde auch auf die ganze Saison ausgeweitet und als 2. Preis gibt es einen 600€ Plasma Fernseher. Ich wage es gar nicht darüber nachzudenken, was für ein Plunder ein 600€ Plasma sein muss.

Zweites Faux Pas von Rainer: er kann es einfach nicht lassen und muss jedes Jahr aufs Neue den Sprecher der Luschis mit einladen. Was er damit bezweckt ist mir nach wie vor rätselhaft und bringt eigentlich nur den einzigen Nutzen, dass Mäz – im Gegensatz zu Rainer – ein guter Sprecher ist und den Lustenauer Fanclub so richtig einheizt. Unsere Jungs haben sich aber tapfer geschlagen und auch die nörgelnden Opas vom anderen Ende der Schnellstraße im Schach gehalten.

Das war eh ziemlich zum Schmunzeln: da hocken sich ein paar Lustenauer Beuscher direkt neben den Dornbirner Fanclub und regen sich dann das ganze Spiel lang auf, dass die Herren stehen, bzw. dass sie trommeln. Einer der Opas wollte sogar gewalttätig werden. Kranke Welt.

Zum Spiel selbst: das erste Drittel war ziemlich ausgeglichen, aber mit Vorteilen auf unserer Seite. Speziell die Defence wusste in den ersten 20 Minuten zu gefallen und luchste den Lustenauern jeden Puck ab. Extrem viele Strafen mussten die 3100 Zuseher miterleben, das Powerplay liess aber auf beiden Seiten kräftig zu wünschen übrig.

Das zweite Drittel begann gleich mit einer Strafe gegen Martin Sturm, das von den Lustenauern beinhart mit dem 0:1 durch Zeilinger bestraft wurde. Dieses Tor weckte die Luschis auf und warf uns in einen ganz tiefen Graben. So tief, dass es knapp eine Minute nach dem Tor einen Penalty für die Gäste gab. Höchstverdient. Kiviaho hatte aber Mitleid und versenkte ihn nicht. Zunächst. Eine Minute später machte unser Kapitän einen groben Schnitzer neben Fends Tor indem er die Scheibe lachs einem anderen Spieler zuspielen wollte, diese aber genau vors Tor und genau auf Kiviahos Kelle platzierte. Dieser nahm dankend an und machte das 0:2.

Was machten unsere Herren? Nicht viel. Das folgende Powerplay spielten sie in Unterzahl und ließen es fast zu einem Shorthander durch – den anscheinend extrem motivierten – Kiviaho kommen. Jämsen war aber noch zur Stelle und kassierte dafür eine Strafe, was nach kurzer Zeit zu einer 3:5 Unterzahl führte, weil Penker auch auf die Strafbank musste. Die doppelte Unterzahl konnten wir noch überbrücken, dann klingelte es aber wieder in unserem Kasten. Schäfler hatte Fend überwunden, der den ganzen Abend lang keine sichere Leistung zeigte.

Trotzdem schafften wir es durch ein extrem hässliches Gestochere in der 32. Minute ein Powerplay Tor durch Holopainen zu erzielen. Statt dem 3:2 im folgenden Powerplay kassierten die Bulldogs aber einen Shorthander durch Saarinen, der alle Zeit der Welt hatte, da er ganz alleine vor Fend stand. Während dem Spiel hatte man ständig das Gefühl, dass zwei Dornbirner gegen einen Lustenauer in Unterzahl spielen. Kiviaho hatte den Dornbirnern in dieser Aktion den Puck abgeluchst, zwei Verteidiger waren ihm auf den Fersen, sahen es aber nicht als nötig an, ihm die Scheibe zu nehmen, Kiviaho spielt 10 Sekunden rum, sieht dann Saarinen ganz alleine vor dem Tor und gibt ihm einen Zuckerpass, der Fend keine Chance lässt.

Knapp vor dem Ende des 2. Drittels gab es dann die einzige wirklich gute Aktion unserer Mannen im ganzen Spiel: nach einer tollen Aktion von Herburger traf Jämsen nach Zuspiel von Andersson zu einem wunderschönen Tor. 2. Drittel vorbei. Obwohl die Legionäre die zwei Tore erzielt hatten, war von ihnen praktisch nichts zu sehen.

Das drittel Drittel begann ähnlich katastrophal wie das vorgegangene. Diesmal gab es zwar eine Strafe auf der Lustenauer Seite, trotzdem kamen diese fast wieder zu einem Shorthander. Nachträglich gab es noch einige Powerplay-Chancen, die aber alle ungenutzt blieben. Aber nur auf unserer Seite. 52. Minute, Spannring muss vom Eis, enormer Druck der Lustenauer, Tor durch Timo Nussbaumer. Keine halbe Minute vergeht und in einem erneuten Powerplay für die Gäste (Rauter musste vom Eis) wurde der Endstand von 2:6 durch Max Squillace fixiert.

So gesehen ein ziemliches Trauerspiel. Vielleicht wäre es ja anders verlaufen, wenn unsere Spieler nicht verletzt gewesen wären. Dann hätten unsere Cracks in den vereinbarten Linienformationen spielen können und vielleicht ein besseres Bild abgegeben. Ich glaube aber nicht, dass diese Umstellung der einzige Grund für die blamable Leistung war. Irgendwie schien der Wille zum Sieg zu fehlen und auch der letzte Biss im Powerplay. Auch die Auslegung der neuen Regeln machte wenig Spass. Es gab ständig Unterbrechungen wegen nichtigen Fouls. Diese hemmten den Spielfluss extrem. Aber so ist es halt mit neuen Regeln: man muss sich erst daran gewöhnen.

Am kommenden Samstag können es die Bulldogs wieder gutmachen, wenn sie in Zeltweg gegen unseren Vorjahres-Angstgegner spielen. Nächstes Heimspiel ist dann am 21. Oktober gegen Martin Mairitsch und den Rest der Red Bulls Salzburg.

Technorati Tags: , , , ,

Leave a Reply