Der Grandia III Ersteindruck

Was ist das Erste, das einen bei Grandia 3 auffällt? Genau, Game Arts hat eine Grafikpracht aus der 6 Jahre alten Kiste gelockt, die einen einfach umhauen muss! Schöne große Gebiete, enorme Weitsicht, richtige Schatten, geile Effekte und das alles mit einer konstanten Framerate. Ein Ruckeln hätte ich nach 15 Stunden nicht entdeckt. Auch das Charakterdesign ist typisch Grandia. Man trifft die vertrauten Charakterklassen wieder und findet sich gleich wieder heimelig.

Aber nicht nur bei der Grafik trifft das zu. Das geniale Kampfsystem der Vorgänger wurde zum Glück beibehalten und nur geringfügig verändert. Der Kampf läuft aber noch exakt identisch ab wie früher: die Leiste (in diesem Fall ist es ein Kreis) ist in 3 Bereiche aufgeteilt, die die unterschiedlichen Situationen in einem “Spielzug” darstellen: Pause, Warten, Aktion ausführen. Je nach Attributen, bzw. ausgeführter Aktion wandert der Zeiger einmal langsamer, einmal schneller über diesen Balken. Ist er am Ende angekommen wird die selektierte Funktion (zum Selektieren wird die Action am Kampfschauplatz natürlich angehalten) ausgeführt.

Natürlich finden sich alle aus früheren Grandias bekannten Befehle wieder im Kampfmenü: die Combo für normale Angriffe, Critical für schwere Angriffe mit der Möglichkeit einen Gegnerischen Angriff abzubrechen, Skills für erlernte Spezialtechniken, Magie für aus Manaeiern extrahierte Zaubersprüche, Item, Flucht, Equip, usw. Neu dazu gekommen (zumindest könnte ich mich nicht an ein ähnliches Feature in Grandia II erinnern) ist der Orb, ein sich füllender Stein in der rechten oberen Ecke, der extrem zerstörerisch ist, wenn er eingesetzt wird und die Aerial Attacks. Letztere sind eine Kombo mit zwei oder mehreren involvierten Akteuren, wobei der erste mittels Critical den Gegner in die Luft schleudert wo er dann der blanken Gewalt der anderen ausgesetzt ist. BRUTAL!

Mein größter Kritikpunkt an Teil 2 – dessen enorme Leichtigkeit – wurde auch behoben. Die Kämpfe sind nun taktisch angehauchter und deutlich schwerer zu meistern und bei den Bosskämpfen (dessen es ziemlich viele gibt) kommt man teilweise arg in Bedrängnis. Da aber auch normale Kämpfe es durchaus in sich haben kommt nicht das Tales of Eternia Feeling auf, wo man durch die Dungeons nur so durchrauschen kann um dann vom Craymal geplättet zu werden.

Die Story ist, soweit ich es bis jetzt mitbekommen habe, ziemlich Grandia typisch, also belanglos. Es geht halt darum, dass man mit einer sehr wichtigen Person (in diesem Fall Alfina) quer durch das Land zieht um bestimmte Aktionen auszuführen, damit man die Welt vor dem Ende bewahrt. Dabei wird man von Mitstreitern begleitet. Leider sind diese im dritten Teil der Saga bei Weitem nicht so gut gelungen, wie in Grandia 2. Speziell der Charme von Milenia und die Komik, den die Dreiecksbeziehung Elena – Ryudo – Milenia mit sich brachte, geht mir teilweise arg ab. Einzig Miranda hebt sich aus der Masse hervor und hat mir einmal sogar fast eine Träne ins Auge geführt.

Dafür kommt man, im Gegensatz zu z.B. Dragon Quest VIII, extrem zügig voran! Grandia III ist halt ein sehr lineares RPG in dem man praktisch von einem Story Event in den nächsten stolpert. Obwohl – ist wohl ein Novum, bzw. ein weiterer Punkt, den ich an Grandia II vergessen habe – man sich mittlerweile mit einem Fluggefährt frei auf der Karte bewegen kann und somit auch bereits besuchte Orte ohne lange Märsche erneut aufsuchen kann. Sehr schön!

Nach Grandia III kommt dann Shadow Hearts: From the New World dran.

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