Erster Durchzock 2006: Kingdom of Paradise aka Tenchi no Mon

Nach ca. 22h und dem wohl längsten Bossfight ever (hab sicher 1,5h dran gearbeitet) bin ich nun durch dieses Action/Adventure mit Rollenspielelementen von Climax Entertainment (die von Landstalker, nicht die von MotoGP) durch und bin hin und her gerissen.

Vorweg: es hat mir eigentlich ganz gut gefallen, wurde aber teilweise arg in die Länge gezogen, was hauptsächlich daran lag, daß man allzu oft entweder quer durch die ganze Welt latschen mußte, bzw. gar nicht wußte wo’s lang geht. Das größte Problem des Spiels ist nämlich das unbrauchbare Journal, das in einer – häufig nichts sagenden – Überschrift die Aufgaben darstellt, die Shinbu zu bewältigen hat. Da passiert es schonmal, daß man eine Stunde lang planlos durch die Gegend latscht, einen der 7 oder 8 verschiedenen Gegnertypen plättet und nicht so recht weiss, wo’s lang geht.

Das wird gepaart mit einer typischen japanischen JRPG-Geschichte, die äußerst linear, aber teilweise recht chaotisch ist. Zum die Geschichte richtig verstehen, muß ich’s wohl nochmal durchzocken, was dank “New Game+” (alle Kenpus und Items bleiben erhalten) durchaus interessant sein könnte.

Die Hauptcharaktere haben mir im Großen und Ganzen ganz gut gefallen und waren, dank der meist gut gelungenen englischen Synchro, auch glaubwürdig. Die Cutscenes waren auch schön gestaltet, viel zu oft wurde aber über unnützes Beiwerk gequasselt und dabei auf die wirkliche Geschichte vergessen. Darüber hinaus gibt es ab und an mal Soundprobleme und – ganz schlimm – sind gravierende Fehler im gesprochenen Text enthalten. So werden in einem Fall z.B. zwei Clans miteinander verwechselt.

Das Hauptmerkmal des Spieles, das Kampfsystem, wußte hingegen durchaus zu überzeugen. Am Anfang hat man zwar das Gefühl, daß es sich hier nur um wildes Knöpfenhämmern handelt, aber mit der Zeit entfaltet es sein volles Potential. Für jedes der fünf Elemente gibt es Schriftrollen (Bugei), die es zu finden gilt. Diese Bugeis stellen die Kombos dar, die Shinbu, die nötigen Kenpus vorausgesetzt, ausführen kann. Auf Freeform Bugeis lassen sich enorm mächtige Kombos erzeugen, da ein Element nicht nur gegen ein anderes besonders stark ist, sondern nebeneinanderliegende Elemente sich gegenseitig potenzieren. Kling kompliziert, ist es auch. Wenn man sich aber ein wenig mit dem System beschäftigt, ist man bald in der Lage mächtigste Kombos auszuführen, die gut und gerne ein paar Hundert Punkte Schaden anrichten (bei Gamefaqs gibt’s sogar Leute, die behaupten 4,5k Punkte Schaden anzurichten!).

Auf der grafischen Seite weiß das Spiel zu gefallen. Für ein Handheldspiel schaut es verdammt gut aus und kommt nur gelegentlich ins Stottern. Dann muß aber enorm viel auf dem Bildschirm los sein. Dafür wird man aber mit malerischen Gegenden und teils enormer Weitsicht entschädigt. Auch die Zauber sind gelungen dargestellt. Auch soundtechnisch ist es – bis auf die angesprochenen Bugs, dem Todesschrei der Gegner und dem tausende Male wiederholten Kampfschrei von Shinbu – durchaus gelungen. Die Musik passt gut zum Geschehen und schafft es auch dramatische Szenen richtig zu untermalen.

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