Suikoden 4 (PS2, US) – Eindrücke nach knapp 2 Stunden

Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön? NEIN! Den Typen bei Konami, der das Schifffahren implementiert hat sollte man einen Tritt in den Arsch verpassen und ihn in Zukunft nur mehr Flash-Spielereinen programmieren lassen. Wer Zelda wegen der Bootsfahrten nicht mochte wird Suikoden 4 hassen. Und das hat nicht nur einen, sondern viele Gründe! Zum Einen bekommt man schwammige Informationen wohin man segeln soll und findet sich plötzlich irgendwo im weiten Meer ohne irgendwelche Infos darüber ob man nun in die richtige Richtung fährt oder nicht. Das wird noch dadurch verschärft, daß man die Kamera nicht ims Boot drehen kann und somit, wenn man z.B. in den Süden segelt, absolut nichts sieht. Wer jetzt meint das klingt ja nicht so schlimm, der hat noch nie versucht das Boot zu steuern.

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Soweit ich das bis jetzt interpretiert habe ist die Steuerung von so einem Kutter nämlich Glückssache. Man möchte beschleunigen und es tut sich nichts. Man dreht das Boot nach links und es fährt gerade aus, dreht sich nach rechts, dreht sich gar nicht oder bleibt einfach stehen, als wäre es gekentert. Um das ganze noch zu "verbessern" gibt es alle paar Meter einen Zufallskampf. Diese sind zwar sehr schnell vorbei, nerven aber auf Dauer gewaltig. Speziell, wenn man gerade versucht das Boot zu drehen und in 180° drei mal in einen Kampf verwickelt wird.

Hab ich schon erwähnt, daß die Seefahrtskarte für die Katz ist? Man sieht nämlich Inseln erst dann auf der tollen Karte, wenn man in deren Hafen eingelaufen ist. Zuerst kann man sie zwar durch Zufall treffen und umschiffen (was mit tollen Clippingfehlern belohnt wird), aber auf der Karte wird sie nicht angezeigt.

Das hat mir jetzt in den ersten 2 Spielstunden so dermaßen den Spaß verdorben, daß das restliche Spiel noch so gut sein könnte und ich würde es am Liebsten in der Luft zerfetzen. Einzig das Wissen, daß es danach besser werden soll mit den Schiffsfahrten läßt mich das Spiel weiterspielen und nicht in die Ecke pfeffern und vergessen.

Auch technisch ist es nicht der Bringer: die Grafik ist ziemlich steril und flimmert wie Sau. Die Animationen sind eine einzige Katastrophe und gibt einem das Gefühl, daß der Hauptcharakter einen Stock, nein einen Baum im Arsch mit sich rumträgt. Außerdem habe ich das Gefühl, daß Schrittweite und zurückgelegte Strecke nicht zusammenpassen. Zum Glück kann man in eine first person Ansicht schalten.

Die Soundseite ist leider nicht besser. Die Musik dudelt ziemlich lustlos in Hintergrund, die Sprecher klingen gefühllos, die Schrittgeräusche sind ein Grauß und auch der restliche Sound haut einen nicht vom Hocker. Dazu kommt noch, daß man im Menü zwar die Lautstärke der verschiedenen Effekte einstellen kann, diese aber nicht immer verwendet werden. Nicht mal ein schönes Animeintro mit schöner Musikuntermalung gibt es.

Das Kampfsystem ist herrlich flott. Leider kann man allzu oft nicht nachvollziehen in welcher Reihenfolge Aktionen ausgeführt werden und die Fräquenz der Zufallskämpfe steigert die Tendenz zum Buttonmashen.

Somit retten momentan wohl nur 2 Sachen Suikoden 4 vor dem Regal: der Suikoden 3 Bonus und die Hoffnung, daß es später besser wird.