Star Wars Knights of the Old Republic 2 – First Impressions

Nun habe ich endlich Zeit mich ausgiebig mit Star Wars Knights of the Old Republic 2 zu beschäftigen. Zuerst mußte schließlich Shadow Hearts Covenant erledigt werden und das Intermezzo Final Fantasy X-2. Nach gut 6 Stunden Spielzeit wage ich nun mal ein erstes Fazit über den Nachfolger des Spiels des Jahres 2003.

${more}

Und wenn man den Vorgänger gespielt und geliebt hat, dann fühlt man sich auch nach ein paar Minuten schon heimisch! Es ist praktisch alles beim Alten geblieben. Im Guten wie im Schlechten. Das Spiel steuert sich gleich gut wie der Vorgänger (ein paar nützliche Features, wie die 2 Waffensets, die man direkt switchen kann sind dazugekommen), schaut praktisch gleich aus, wie sein Vorgänger (von den zusätzlichen Animationen und Effekten habe ich bis jetzt nichts gemerkt, bin aber noch ganz am Anfang), hört sich gleich gut an wie der Vorgänger (obwohl mir vorkommt, daß teilweise nicht mehr ganz so gute Sprecher verwendet wurden) und es ruckelt wie der Vorgänger (teilweise sogar noch stärker).

Was die Story angeht bin ich bis jetzt noch nicht schlau daraus geworden, aber das ist auch so gewollt. Momentan wird mir häppchenweise immer wieder ein Bröckchen vorgeworfen, bzw. auf Datapads oder Überwachungskameralogs wiedergegeben. Die Art und Weise, wie die Story weitergeführt wird gefällt mir aber nach wie vor sehr gut.

Weniger begeistert bin ich bis zum jetzigen Zeitpunkt von meinen Weggefährten: Atton ist mir sehr suspekt und ist immer am Nörgeln, Kreja ist eine alte Besserwisserin, die mich extrem an die Mutter meiner Freundin interessiert. Einzig T3-M4 piepst fröhlich vor sich hin. Da waren Bastilla und Carth schon eine ganze Stufe höher. Aber das entwickelt sich sicher noch.

Und da war noch dieser eine Punkt, der mich tierisch nervt: teilweise reagiert die AI dermaßen dumm oder gar nicht, daß es ein Grauß ist. Die AI ist im Vergleich zum Vorgänger deutlich schlechter! Zwei Beispiele:

– T3-M4 und Atton sind auf "Agressive" gestellt und es beginnt ein Kampf. Obwohl beide nur Schusswaffen haben begeben sie sich in unmittelbare Nähe des Gegners, statt diesen aus der Ferne zu vernichten. Wenn ich sie auf "Ranged" umstelle, dann bleiben sie weit zurück und "verschlafen" den Kampfbeginn, was irgendwie auch nicht Sinn und Zweck der Sache ist.

– Noch viel schlimmer ist es, wenn ein Charakter eine Melee Waffe hat, einen Feind sichtet, dieser aber am Ende eines vermienten Ganges ist. Der Charakter stürmt los und rennt einfach durch alle Mienen durch (obwohl er sie dank Awareness erkannt hat). Diese explodieren natürlich und brigen erheblichen Schaden.

Ansonsten hab ich aber echt wenig Grund zum nörgeln. Ok, die Ladezeiten könnten kürzer sein, es fehlt eine Option zum Invertieren der Kameradrehung und hin und wieder kriegt man geile Standbildaufnahmen, aber das ist alles nur nebensächlich bei so einem Rollenspiel. Das Star Wars Feeling wird wieder schön rübergebracht und das ist wohl das Wichtigste. Ob der Titel an den Vorgänger rankommt wage ich zwar momentan zu bezweifeln, viel schlechter ist er aber mit Sicherheit nicht.

Update 14.01.2005:

Heute Nacht um 0:30 liefen nach knapp 64 Stunden die Credits von KOTOR2 über meinen Fernseher. Es waren zwar höchstwarhscheinlich nur 55-60h Nettospielzeit (die Spielzeit läuft ja weiter, wenn das Spiel auf Pause ist), aber diese vielen Stunden sind wie im Flug vergangen, obwohl mir die Xbox 2 mal abgestürzt ist (einmal mitten in einem Level und einmal beim Speichern) und teilweise derbe Ladeprobleme hatte (z.B. konnten Sprachsamples nicht schnell genug geladen werden).

Alles in Allem hat es mir viel Spaß gemacht, an seinen Vorgänger kommt es aber nicht ran. Da ist zum Einen das wirklich schamlose Recycling von ganzen Levels, die man jetzt zwar aus einer anderen Perspektive und mit anderen Zielen sieht, aber trotzdem schon mal dort gewesen ist.

Zum Anderen wirkten die Mitstreiter teilweise arg charakterlos und konnten mich auf keinen Fall so überzeugen wie jene im Vorgänger. Und obwohl es zum Ende noch einen gewaltigen Aufschwung gibt blieb mir doch das Gefühl, daß die zwar mitgereist sind, aber nicht wirklich für die selbe Sache gekämpft haben, wie ich.

Der letzte Kritikpunkt betrifft die Zusatzmissionen: zu viele beschränken sich auf Laufarbeit, was natürlich aufgrund der langen Ladezeiten nicht wirklich immer lustig ist. Da war irgendwie im Vorgänger mehr Abwechslung. Dazu kommt noch, daß ich einige Missionen leider nicht beenden konnte, weil mich entweder ein Glitch davon abhielt, der einen Event nicht triggerte oder ich zuerst was anderes machen wollte und dann nicht mehr die Chance bekam die Mission zu beenden.

Jetzt gönn ich mir mal eine  Pause von KOTOR2 und werde mir dann im Sommer nochmal beide Teile auf der Dark Side reinziehen.