Xenosaga Episode 1 Der Wille zur Macht – Meinung

Dieses Spiel ist ein zweischneidiges Schwert… Ich besitze Xenosaga nun schon länger als meine US-PS2 und habe es – nachdem ich bei Star Ocean 3 durch war – bereits zum dritten Mal von Vorne angefangen, weil mich bis jetzt immer irgendwo die Langeweile gepackt hat und sich dadurch die Lust zum Weiterspielen verflüchtigt hatte.

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Und auch dieses Mal fehlt mir wieder irgendwas, was Xenosaga packend wie z.B. Grandia 2 oder Tales of Symphonia machen könnte. Grafisch gibt es wenig auszusetzen, die Environments sind groß, liebevoll und abwechslungsreich gestaltet. Die fixe Kamera hat mich zu Anfang nur genervt, weil ich davor Star Ocean 3 gespielt hatte. Der Radar links unten ist nur teilweise hilfreich, da er zwar die Position von Freund und Feind anzeigt, aber nicht die Umgebung. So kann es sein, daß ein Feind als ganz nah angezeigt wird, er aber ein Stockwerk tiefer ist.

Auch Soundtechnisch gibt es wenig auszusetzen. Die Musik weiss zu gefallen, die Synchro ist teilweise sehr gut und schafft es die Emotionen der Charakter gut rüberzubrigen. Leider ist die Action nicht lipsync, was zwar nicht wirklich gravierend ist, aber bei gewissen Kamerawinkeln (z.B. direkt auf das Gesicht des Sprechers) doch etwas nervt.

Soweit alles bestens, aber nun kommt es. Das Kampfsystem zieht sich irrsinnig in die Länge mit langen (nicht überspringbaren) Intros und (zum Glück verkürzbaren) Siegerposen mit sich ewig wiederholenden dumpfen Sprüchen (z.B. KOS-MOS die meint, daß sie gerne gewaschen werden würde *gähn*). Würde zumindest das was dazwischen geboten wird passen, dann wärs ja nicht so schlimm, aber die Kämpfe sind langatmig und teilweise extrem einschläfernd. Da nützt es auch nichts, daß man eigentlich wirklich extrem viel machen kann in so einem Kampf (A.G.W.S. betreten, Position wechseln, Zaubern, Tech Attacks verwendent, etc.). Die Kämpfe sind extrem langweilig und langsam, auch die gegen Bosse sind nicht wirklich besser.

Und das ist noch nicht alles! Die Menüs sind nicht nur hässlichst, sondern auch extrem unübersichtlich, verschachtelt und unpraktisch zu verwenden. Dazu kommt noch, daß die bei Namco aus irgendeinem unersichtlichen Grund gedacht haben, dass es doch viel cooler wäre die Haupttaste auf den Kreis zu legen und das X zum Abbrechen zu verwenden.

Ich muß noch kurz was zu den Cutscenes sagen: es sind irrsinnig viele, fast schon zu viele. Teilweise gibt es Cutscenes zu absolut unwichtigen, belanglosen Dingen. Irgendwie fühlte ich mich an MGS2 erinnert. Nur leider sind die Cutscenes in Xenosaga bei weitem nicht so gut inszeniert. Nicht nachvollziehbare Kameraschwenks, komische Einstellungen, belanglose Perspektiven, manchmal kommt es einem vor als hätte der Regiseur vor der Pointe geschnitten. Aber dann kommen teilweise wieder wirklich gute, spannende und super inszenierte Kurzfilme dazu.

Und die machen den Reiz aus. Bis jetzt (20h) hat die Story mehr Fragen aufgeworfen als sie beantwortet hat. Eigentlich ist sie extrem verwirrend und ständig kommen neue Punkte und neue Hauptcharaktere dazu, die wieder neue Fragen aufwerfen. Und das ist es was mich zwingt das Spiel weiterzuspielen. Diesmal geb ich es nicht auf! Diesmal wird es durchgespielt.