Magatama Hands on

Eines vorweg: damals habe ich mich gewundert wieso Microsoft entschlossen hatte dieses, auf den Screenshots die im Netz zirkulierten, sehr gut aussehende Spiel auf den asiatischen Markt zu beschränken. Heute weiss ich wieso.

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Wenn ich mich recht erinnere hat hier doch jemand von irgend einem Final Fantasy mitgearbeitet, oder? Merken tut man davon jedenfalls nicht viel.

Der Hauptdarsteller des Spieles ist ein Mix aus Samurai und Indianer namens Shinato, der auf der Stirn ein zuschaltbares drittes Auge hat, zwei Katanas in der Hand hält und barfuß mit bemalten/tätovierten Fußsohlen rumlatscht. Dabei kämpft unser Held nicht nur gegen undefinierbare kriechende, springende oder fliegende Ungetüme, sondern auch gegen eine ziemlich bockige Kamera, ein ungenaues Zielsystem und die Monotonie des B-Drückens um geile Combos zu machen.

Wenn man einen Gegner 4x getroffen hat, ist dieser anvisiert und man kann seinen Orochi (so ein fliegendes Teil, das man zum Start bekommt) auf die in der Umgebung des o.g. Gegners stehenden, kriechenden oder fliegenden Ungetüme jagen. Dadurch wird ein rotes Meter geleert, das durch lustiges B-Hämmern wieder aufgefüllt wird. Taktische Elemente in das geniale Kampfsystem bringt die Tatsache, daß sich diese Leiste auch von alleine leert, ganz ohne Zutun und ohne den Orochi.

Sollte das nicht ausreichend sein, kann man immer noch den Berserk-Modus aktivieren (mit Y), welcher einen super Filter über das Bild legt und den Effekt erzeugt, als würde das Spiel unter kräftigen Slowdowns kämpfen. Den Sinn dieses Modus hab ich nicht wirklich verstanden, aber zum Glück ist er ja gleich vorbei.

Die einzellnen Levels sind nicht nur durch (abbrechbare) Cutscenes und ständige Ladepausen zwischen kleinen Abschnitten getrennt, sondern auch durch eine Oberwelt, auf die man jederzeit zurückkehren kann und wo ein Speichern und Aufrüsten des Orochis möglich ist. Die Levels, die ich bis jetzt gesehen gesehen habe sehen alle ziemlich trist aus und bieten wenig Interaktion. Der Weg ist strikt vorgegebener Schlauch, hie und da springt ein Gegner ins Bild (teilweise bringt er auch Freunde mit) und das Ziel ist, vom Anfang des Schlauches zum Ende des Schlauches zu gehen und, sofern vorhanden, den Boss zu killen.

Und das möglichst schnell, denn am Ende des Levels wird abgerechnet. Anschließend gehts wieder auf die Weltkarte zurück. Das hab ich 3x gemacht, dann hat mich die Lust verlassen.

Alles in Allem hinterläßt Magatama ein Gefühl von Otogi für sehr Arme und kann dem Spiel aus dem Hause From Software nicht in Ansätzen das Wasser reichen. Lediglich das geniale Cover und das sehr schön gemachte Handbuch retten das Spiel in meinen Augen. Die 19$ hab ich reskiert, das Spiel wird jetzt ins Regal gestellt und dort vergessen.